Auch dieses Jahr veranstaltet LiSA ein kritisches, studentisch-selbstorganisiertes Orientierungsprogramm. Uns geht es dabei jedoch nicht darum, euch zu zeigen, wie ihr euren Wochenplan erstellt und wir ihr viele Credit Points abgreift, um möglichst schnell einen berufsqualifizierenden Abschluss zu erlangen. Stattdessen bietet wir euch ein buntes, vielfältiges Programm, zu dem alle herzlich eingeladen sind.
Nationalismus ist eine schlimme Sache; da sind sich viele Linke einig. Entsprechend stören sie sich an den Horden von fahnenschwenkenden Deutschland-Fans bei der Fußball-WM oder den staatlich verordneten Einheitsfeierlichkeiten. Aber jenseits solcher Events mit der Extra-Portion Nationalgefühl haben die Leute, die da feiern, ihre Selbstverordnung als Deutsche_r schon lange vorher vorgenommen. Unabhängig davon, wie stolz sie auf ihr Deutsch-Sein sind, erscheint ihnen letzteres als (fast) natürliche Tatsache: Nationale Identität. Was dieses Nation-Sein eigentlich ausmachen soll, ist dabei herzlich unklar (mal "Rasse", mal Kultur oder Sprache). Das wird in den entsprechenden Bereichen des Wissenschaftsbetriebes auch gar nicht geleugnet. Ebenso wird zugestanden, dass es sich dabei um eine ziemlich moderne Erfindung handelt und noch keine Nation ohne tatkräftiges "nation building" entstanden ist. Das alles tut der Bedeutung der "Schicksalsgemeinschaft" Nation keinen Abbruch. Überall auf der Welt wachen Staaten eifersüchtig über das richtige Nationalgefühl ihrer Bevölkerung. Schließlich stellen immer mal wieder Menschen fest, dass ihre Nation gar nicht zum passenden Staat gehört und entwickeln dagegen mitunter ziemlich blutige Aktivitäten (Befreiungsnationalismus). Teile der Linke entdecken daran lauter Fortschrittliches und beziehen sich dabei auf ein "Selbstbestimmungsrecht der Völker". Genug Gründe für uns, das Verhältnis von Staat, Nation und Volk noch einmal zum Thema zu machen - beah.blogsport.eu
Hier ist Platz für Tee, Kaffee, Limo, Kuchen, Fragen & evtl. Antworten, nette Leute, etc. - veranstaltet von LiSA
Wusstest du, dass eine asiatische Näherin für die Arbeit an einem Paar Markenschuhe, das im Geschäft für 100? verkauft wird, nur 40 Cent bekommt? Wie weit reist ein T-Shirt, bis es bei uns im Laden hängt? Und was steckt noch so alles hinter den coolen Werbeslogangs großer Markenfirmen? Ein bis zwei Stunden beschäftigen wir uns in der Bremer Innenstadt an verschiedenen Stationen mit unterschiedlichen Aspekten rund um die Themen Globalisierung, globale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und bewusster Konsum. Dabei nutzen wir vielseitige anschauliche und interaktive Methoden und können auf individuelle Fragen und Wünsche eingehen. Gemeinsam möchten wir versuchen komplizierte globale Zusammenhänge nachzuvollziehen, weltweite Ungerechtigkeiten zu entdecken und zu verstehen, unser eigenes alltägliches Handeln zu hintefragen und Alternativen zu erarbeiten. - veranstaltet von KonsUmDenken: www.konsumdenken.org
Umsonstökonomie, Kurzvorstellung der Grundideen in der Theorie und in unserer Praxis; Vorstellung Projekt Umsonstladen; Vorstellung Projekte Nutzungsgemeinschaft - veranstaltet vom Netz Umsonstökonomie
Kritik an der Art, wie produziert wird, gibt es eine Menge. ZB. daran, dass in Sweatshops zu miserablen Bedingungen Turnschuhe in Trikont-Ländern hergestellt werden, die man hier zum Spottpreis kauft. Tier und Umwelt wird auch übel mitgespielt, nur damit "wir" konsumieren können. Um das zu ändern, empfehlen allerlei Kampagnen dem Konsumenten bewusstes Einkaufen. Er solle nur für Dinge bezahlen, die unter guten Bedingungen produziert wurden. Das Problem daran ist kein Mangel an guter Absicht. Sondern: Vieles Kritikable wird durch die Hintertür für gut befunden. So wird sich positiv auf die Konkurrenz der Unternehmen bezogen, wenn die "schlechten" zugunsten der "guten" abgestraft werden. Im Lohn wird nur dann ein Ausbeutungsverhältnis gesehen, wenn er niedriger als niedrig ist. Und die Umweltnutzung durchs Kapital ist kein Problem, wenn nicht mehr als üblich zerstört wird. Außerdem wird suggeriert, dass die Konsumentin in der Masse über die Produktionsbedingungen entscheiden könne. Warum man mit einer konsequenten Kritik an Armut und Umweltzerstörung nicht bei einer Konsumkritik-Kampagne, sondern bei einer Kapitalkritik rauskommt, wollen wir auf dieser Abendveranstaltung diskutieren. Eine Veranstaltung über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Konsum- und Kapitalismuskritik für Menschen mit oder ohne Vorwissen. beah.blogsport.eu
Stencils sind Schablonen aus Pappe oder Folie, ihre gesprayten Ergebnisse findet ihr an fast jeder Straßenecke. Wir möchten mit euch einen Nachmittag lang solche Schablonen basteln um der grauen Beton-Tristesse auf dem Campus entgegenzuwirken. Mitzubringen ist nichts außer gute Laune und Kreativität. - veranstaltet von LiSA
1972 waren in der BRD Studiengebühren abgeschafft worden. Im neoliberalen Fahrwasser der 1990er Jahre begann die politische Debatte um ihre Wiedereinführung. Als ersten konkreten Schritt zur direkten Beteiligung der Studierenden an den Kosten ihres Studiums plante die Bremer Landesregierung im Jahr 2003 die Einführung einer so genannten "Verwaltungsgebühr" in Höhe von 50 € pro Semester. Anfang Dezember 2003 traten daraufhin die Studierenden der Uni Bremen in den Streik. Sie setzten den regulären Lehrbetrieb aus, um gemeinsam, mit aller Kraft und vielfältig gegen die drohenden Studiengebühren und die ohnehin miserablen Studienbedingungen zu Felde zu ziehen. - veranstaltet von LiSA
StugA, Akademischer Senat, AStA, Dekan, Rektorat, Studierendenrat,... das sind und bleiben für die meisten Studierenden der Uni Bremen zeit ihres Studiums Fremdwörter. Trotz der nicht unerheblichen Lebenszeit, die Veranstaltungsprogramm sich in naher Zukunft direkt in dem "Mini-System" Universität abspielen wird, wissen viele Studierende eher wenig über dessen Organisation. Also, wie funktioniert dieses "Mini-System" eigentlich? Wer entscheidet zum Beispiel, was gelehrt wird und was nicht; auf welche Forschung sich konzentriert wird; welche Veranstaltungen ich besuchen muss und welche Prüfungen abzulegen sind? Und nach welchen Spielregeln und Maßstäben werden all diese Entscheidungen eigentlich gefällt, die der Universität "ihr Gesicht" geben? Wir laden alle (angehenden) Studierenden aller Fachbereiche ein, sich einen kurzen Überblick über die relevanten "Akteur_innen" im Uni-Alltag zu verschaffen und zu schauen, wo Studierende selbst eigentlich stehen und worin Möglichkeiten bestehen, selbst mitzuwirken. - veranstaltet von LiSA
Das FemRef ist ein offener Zusammenschluss von queeren, feministischen, antisexistischen Aktiven. Wir diskutieren, organisieren Veranstaltungen und Wendo-Kurse, mischen in der Hochschulpolitik mit und sind vernetzt mit vielen anderen linken und feministischen Gruppen. Kommt vorbei, frühstückt mit uns - werft einen Blick in unsere Bibliothek und lernt die Arbeit des FemRef kennen. - Die Veranstaltung ist männerfrei, also exklusiv für Frauen, Lesben, Trans*.
Frauencafés, feministische Forschung, Frauenstreiktage - in den letzten Jahrzehnten war ne Menge los auf dem Campus. Nicht alles ist geblieben, aber einige Räume und Anlaufstellen, die auch heute noch mit Lust & Energie daran arbeiten, den Campus ein bisschen netter zu machen, wollen wir euch vorstellen. Wo kann ich in Ruhe chillen? Wo finde ich antisexistische Literatur und Filme? Wo kann ich mich mit anderen Aktiven austauschen und vernetzen? - Die Veranstaltung ist männerfrei, also exklusiv für Frauen, Lesben, Trans*. veranstaltet vom FemRef
"Die Integration ist gescheitert" heißt es der Tage immer häufiger in Politik und Medien. Parallelgesellschaften hätten sich gebildet, die Politik hätte es verfehlt die ausländischen Mitbürger in die deutsche Kultur einzugliedern und Sozialchauvinist_innen attestieren die Integrationsunwilligkeit von Migrant_innen. Aber ist das Projekt Integration wirklich gescheitert oder wird es momentan einfach genauso wenig benötigt wie diejenigen, die es zu integrieren gilt? Als Maßstab für den guten Migranten taugt der Begriff der Integration alle Male noch. Hat sie/er einen Job, spricht fließend Deutsch, zahlt Steuern, hält sich an Gesetze und geht Einkaufen, dann gilt eine Migrant_in generell als integriert und kann sogar in die Talkrunde mit Thilo Sarrazin gesteckt werden, um diesem ein lebendiges Beispiel für die Fehlerhaftigkeit seiner Thesen vorzuführen. Integration erscheint dabei als eine Art Projektionsfläche, die von einem Geschenk bis hin zu einer Erwartungshaltung reicht - beah.blogsport.eu
Nachdem die Bundesregierung offiziell den Ausstieg aus der Atomkraft propagiert, scheint Widerstand nicht mehr nötig zu sein. Warum Proteste gegen Atomkraft und Transporte dennoch oder gerade deshalb immer noch wichtig sind, soll mit filmischen Impressionen und kurzen einführenden Beiträgen in dieser Veranstaltung diskutiert werden. Damit wollen wir einen Anlass bieten, aktuelle Strategien und Praxen emanzipatorischer Politik im Spannungsfeld von Energie- und Standortpolitik insbesondere vor dem Hintergrund der Geschichte und Entschlossenheit des Widerstandes gegen Atommülltransporte nach Gorleben zu reflektieren.
Rhythms of Resistance Bremen erzählt, was es mit Action-Samba auf sich hat und will mit allen Interessierten zusammen kräftig musizieren. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Hier ist Platz für Tee, Kaffee, Limo, Kuchen, Fragen & evtl. Antworten, nette Leute, etc. - veranstaltet von LiSA
Charles Darwins Evolutionstheorie ist die einflussreichste Naturtheorie der Wissenschaftsgeschichte. Sie löste seit ihrer Veröffentlichung im 19. Jahrhundert einen grundlegenden Wandel des Selbstbilds des Menschen aus und wirkte deshalb nicht nur auf die biologische Forschung, sondern auch auf die Gesellschaft. Der sogenannte Sozialdarwinismus übertrug die Ideen der Naturtheorie wie das herausgestellte Diktum Survival of the Fittest auf Gesellschaftsmodelle. Die neuere Darwin-Forschung belegt, dass der Sozialdarwinismus bereits bei Charles Darwin tief verankert war. Denn die entscheidenden Ideen für die Erklärung der Entwicklung der Arten nahm Darwin weniger von seinen Naturbeobachtungen als aus den Werken der Gesellschaftstheoretiker Thomas Robert Malthus und Herbert Spencer. Der Film dokumentiert auch die katastrophalen Folgen wie beispielsweise die Eugenik- und Rassengesetze des 19. und 20. Jahrhunderts - veranstaltet von LiSA.
Der AKTIVEN-VERTEILER wird von LiSA verwaltet und dient zur Verbreitung von linken, emanzipatorische Projekten jenseits von etablierten Institutionen. Ihr könnt euch hier selber in den AKTIVEN-Verteiler eintragen. So bekommt ihr nicht nur von unserem Programm mit, sondern erfahrt auch über weitere politische Veranstaltungen und Aktivitäten an der Uni und in der Stadt.
Das FemRef bietet im Semester mehrmals pro Woche Öffnungszeiten an, in denen ihr auf den Sofas abhängen, Medien aus unserer feministischen Bibliothek ausliehen, eure eigenen Veranstaltungen umsetzen könnt oder oder … Unsere Räumlichkeiten sind prinzipiell männerfrei, allerdings bemühen wir uns, einmal pro Woche eine all gender-Öffnungszeit anzubieten, in der Menschen aller Geschlechter willkommen sind.
Wendo ist Selbstverteidigung und Selbstverteidigung für Frauen, Lesben und Trans*. An dem Einführungswochenende könnt ihr erste Erfahrungen mit Wendo sammeln, gemeinsam trainieren und euch über weitere Angebote informieren. Die Veranstaltung ist männerfrei. Für genauere Infos checkt femrefbremen.wordpress.com. Fragen und Anmeldungen bitte bis spätestens zum 16.11.2011 an femref.uni-bremen@web.de